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„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ (Ludwig Wittgenstein)

Es gibt viele gute Gründe Deutsch zu lernen – das wusste schon Ludwig Wittgenstein, ein

Sprachphilosoph, dem wir das hier zitierte Bild zu verdanken haben. Denn das

Selbstverständnis des Faches Deutsch gründet in der Auseinandersetzung mit Sprache und

Literatur. Die Beschäftigung mit Sprache ist Voraussetzung für Kommunikation; sie befähigt

zu selbst bestimmtem und verantwortungsbewusstem Handeln. Die Beschäftigung mit

Literatur ist geeignet, Verständnis für andere Positionen und Perspektiven zu entwickeln, da

in literarischen Werken zentrale Fragen menschlicher Existenz gestellt werden. Dies alles

ermöglicht es dem Lesenden oder Sprechenden, die Grenzen seiner Welt immer mal wieder in

Frage zu stellen und in manch besonderen Momenten vielleicht sogar zu überschreiten, um

sich eine ganz eigene, neue Welt zu bilden.

Am Abendgymnasium Göttingen wird das Fach Deutsch durchgehend vierstündig unterrichtet

und kann auf grundlegendem oder auf erhöhtem Anforderungsniveau angewählt werden.

In der Einführungsphase (11. Klasse) werden grundlegende Fachmethoden vermittelt. Der

Unterricht orientiert sich an folgenden Themen:

1. Sprechen und Zuhören

2. Schreiben

3. Sprache und Sprachgebrauch untersuchen

4. Lesen

Der Unterricht der Qualifikationsphase (12./13. Klasse) baut auf den erworbenen Kenntnissen

auf und orientiert sich an folgenden Themen:

1. Literatur und Sprache um 1800

2. Drama und Kommunikation

3. Literatur und Sprache um 1900

4. Vielfalt lyrischen Sprechens

5. Literatur und Sprache ab 1945

6. Reflexion über Sprache und Sprachgebrauch

7. Filmisches Erzählen


 

Kriterien für guten Deutschunterricht

Kriterium 1: Einbindung außerschulischer Lernorte

Durch den Besuch außerschulischer Lernorte (z.B. literarische Stadtführung, Literarisches Zentrum, Theater wie JT,DT oder ThOP) werden die Studierenden angeleitet, aktiv am kulturellen Leben Göttingens teilzunehmen.

Kriterium 2: Berücksichtigung verschiedener Lerntypen
Die Annäherung an Texte und Medien im Fach Deutsch erfolgt nicht nur kognitiv, sondern berücksichtigt auch andere Sinneskanäle (z.B. visuelle Medien, Musik).

Kriterium 3: Kompetenzorientierung
Der Unterricht im Fach Deutsch stellt integrative Bezüge zwischen den vier Kompetenzbereichen her (z.B. durch die Verknüpfung von Sprechen und Schreiben).

Kriterium 4: Kompetenz Sprechen und Zuhören
Im Fach Deutsch lernen die Studierenden Regeln für das Gelingen und Misslingen menschlicher Kommunikation kennen und erhalten in Diskussionen und Debatten die Gelegenheit, diese einzuüben.

Kriterium 5: Kompetenz Schreiben
a) Im Unterricht des Faches Deutsch werden selbst verfasste Texte der Studierenden gemeinsam überarbeitet. Dabei werden konkrete Textbeispiele sowie Mustertexte regelmäßig besprochen. Beim Verfassen von Texten werden durch die Lehrenden auch Positivbeispiele und vorbildliche Formulierungen gegeben.
b) Grundlegende Analysebegriffe und deren Anwendung werden in regelmäßigen Abständen wiederholt. Die Analyse dient dabei der Vertiefung, in welcher die Studierenden auch grundlegende Regeln des Zitierens üben.

Kriterium 6: Kompetenz Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Der Unterricht im Fach Deutsch macht deutlich, warum und inwiefern präziser sprachlicher Ausdruck wichtig ist. In diesem Zusammenhang erläutern sich die Studierenden untereinander auch Wortbedeutungen.

Kriterium 7: Kompetenz Lesen – mit Texten und Medien umgehen
a) Der Unterricht im Fach Deutsch wird durch den Einsatz verschiedener Medien (z.B. Film, Hörspiel) und kreativer Methoden (z.B. gestaltendes Interpretieren) abwechslungsreich gestaltet.
b) Der Unterricht im Fach Deutsch bietet Raum für freie Gespräche über literarische Texte und ermöglicht ästhetisches Erleben auch durch assoziatives Verstehen.
c) Die Unterrichtsinhalte berücksichtigen die Interessen und Vorkenntnisse der Lernenden (z.B. bei der Lektüreauswahl).